Mord an Lidl-Filialleiterin vor 31 Jahren: Polizei sucht neue Zeugen im Cold Case Sonja K.

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St. Tönis/Mönchengladbach – Mehr als drei Jahrzehnte nach dem gewaltsamen Tod der Lidl-Filialleiterin Sonja K. gibt es neue Ermittlungsansätze. Die Polizei Mönchengladbach hat den bislang ungeklärten Mordfall erneut in den Fokus genommen und sucht dringend nach Menschen, die sich an die Ereignisse vom 25. Januar 1995 erinnern können.

An diesem Mittwochmorgen drangen gegen 8:30 Uhr mehrere unbekannte Täter in die damalige Lidl-Filiale an der Hochstraße 33–35 in St. Tönis ein. Die Filialleiterin Sonja K. war zu diesem Zeitpunkt bereits im Geschäft und mit den Vorbereitungen für die bevorstehende Öffnung beschäftigt.

Die Täter fesselten und knebelten die Frau und entnahmen aus dem Tresor mehrere tausend D-Mark. Anschließend ließen sie Sonja K. zurück. Die damals noch junge Frau wurde erdrosselt und starb noch am Tatort.

Bis heute ist nicht geklärt, wer für den Mord verantwortlich ist.

Täter kannten offenbar die Abläufe

Die Rekonstruktion des Tatgeschehens lässt nach Angaben der Ermittler vermuten, dass mehrere Täter gemeinschaftlich vorgingen. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter mit den örtlichen Gegebenheiten und den internen Abläufen der Filiale vertraut waren.

Besonders wichtig für die Ermittlungen könnte ein Gegenstand sein, der seit dem Mord verschwunden ist: Sonja K. trug damals ein Schlüsselbund bei sich. Daran befanden sich unter anderem die Schlüssel für den Haupteingang und den Tresor der Lidl-Filiale. Das Schlüsselbund ist bis heute nicht wieder aufgetaucht.

Zwei Jugendliche könnten wichtige Zeugen sein

Die Ermittler haben inzwischen Hinweise auf zwei Jugendliche, die sich am Tattag gegen 8:05 Uhr vor dem Haupteingang der Lidl-Filiale aufgehalten haben sollen.

Eine der beiden Personen soll ein Junge beziehungsweise Jugendlicher gewesen sein, etwa 15 bis 17 Jahre alt, rund 1,60 bis 1,65 Meter groß, dunkel gekleidet und mit einer Baseballmütze. Auch die zweite Person soll dunkel gekleidet gewesen sein.

Die Polizei sucht diese beiden möglichen Zeugen bis heute.

Vielleicht haben sie damals etwas gesehen, das für die Ermittler entscheidend sein könnte.

Polizei appelliert an das Umfeld der Täter

Die Ermittler richten sich zudem mit einer ungewöhnlichen, aber wichtigen Frage an die Öffentlichkeit: Hat sich einer der damaligen Täter im Laufe der vergangenen Jahrzehnte jemandem anvertraut?

Dabei können auch scheinbar nebensächliche Aussagen von Bedeutung sein. Die Polizei bittet ausdrücklich um Hinweise von Menschen, denen ein Täter seine Beteiligung möglicherweise angedeutet oder offenbart hat – selbst wenn dies erst viele Jahre später geschehen ist.

Gesucht werden außerdem Personen, die am Morgen des 25. Januar 1995 rund um die Lidl-Filiale in St. Tönis Beobachtungen gemacht haben und diese bislang noch nicht der Polizei mitgeteilt haben.

Familie wartet seit Jahrzehnten auf Antworten

Für die Angehörigen von Sonja K. ist der Fall bis heute nicht abgeschlossen. Die Eltern der Getöteten sind inzwischen verstorben, ohne zu erfahren, wer ihre Tochter getötet hat.

Ihre beiden Brüder hoffen weiterhin darauf, dass der Mord aufgeklärt und die Verantwortlichen gefunden werden.

Die Ermittlungsgruppe Cold Case der Polizei Mönchengladbach arbeitet gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und der zuständigen Staatsanwaltschaft Krefeld daran, neue Ansätze zu finden und den Fall nach Jahrzehnten doch noch zu klären.

Der Fall ist Teil der Öffentlichkeitskampagne „Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich.“ An der Kampagne sind neben der Polizei Mönchengladbach auch die Polizeibehörden in Krefeld und im Kreis Viersen beteiligt.

Jeder Hinweis kann entscheidend sein

Die Polizei betont: Auch ein scheinbar unbedeutendes Detail kann nach 31 Jahren noch wichtig sein. Wer sich an verdächtige Personen, Fahrzeuge oder andere Beobachtungen rund um die damalige Lidl-Filiale erinnert oder Angaben zu den beiden Jugendlichen machen kann, wird gebeten, sich zu melden.

Hinweise nimmt die Polizei Mönchengladbach unter 02161-290 oder per E-Mail an mk.lidl.Moenchengladbach@polizei.nrw.de entgegen.

Wer weiß, was am Morgen des 25. Januar 1995 in St. Tönis geschah? Die Ermittler hoffen, dass sich nach 31 Jahren vielleicht doch noch jemand meldet, der den entscheidenden Hinweis geben kann.

(rix)