Mönchengladbach: Steigende Zahl von Notfalleinsätzen im Stadtgebiet / Feuerwehr stellt Jahresbericht vor

Foto: Feuerwehr Mönchengladbach

Mönchengladbach

Zu über 32.000 Notfalleinsätzen musste die Feuerwehr Mönchengladbach im vergangenen Jahr ausrücken. Neben der Versorgung von Verletzten, gehört auch das abschirmen von Schaulustigen zum Einsatzalltag.

Fast 45.000 Einsätze hat die Feuerwehr Mönchengladbach im vergangenen Jahr absolviert. Brände gehören dabei nicht zum Haupteinsatzgebiet. Zu 440 Bränden wurde die Feuerwehr 2015 gerufen, darunter auch der Dachstuhlbrand im ehemaligen JHQ-Hospital und der Brand eines Pferdestalls am Günhovener Hof. Das die Brandeinsätze zurückgehen, führt Feuerwehrchef Jörg Lampe darauf zurück, dass Präventionsmaßnahmen immer mehr greifen.





Bei den meisten Einsätzen handelt es sich um Notfalleinsätze. 32.376 Notfalleinsätze waren es im Jahr 2015, im Vergleich dazu im Jahr 2014 waren es 28.925. Hier spielt nach Einschätzung von Lampe der demographische Wandel eine Hauptrolle. Dieser stetig ansteigenden Zahl will die Feuerwehr auch mit ihrem Rettungsbedarfsplan begegnen, wie Lampe sagt: „Aber auch jetzt muss sich keiner Sorgen machen, wenn ein Rettungswagen gebraucht wird, kommt auch einer.“

Um eine möglichst schnelle Ankunft zu gewährleisten, überwacht die Feuerwehr ihre Rettungswageneinheiten engmaschig. Alle Ausrückzeiten werden erfasst und regelmäßig ausgewertet. „Mensch, Technik und Organisation – alles muss zusammen passen und so optimal wie möglich aufgestellt sein“, sagt Lampe.

Dabei waren im letzten Jahr auch Einsätze dabei, die auch bei den Feuerwehrleuten noch nachhängen, wie der tragische Unfall mit einer Fußgängerin an der Bismarckstraße im November vergangenen Jahres, die noch am Unfallort verstarb. Hier ist auch das Psychosoziale-Unterstützungs-Team der Feuerwehr zum Einsatz gekommen. Die besonders geschulten Mitarbeiter versuchen noch vor Ort Kollegen, aber auch Passanten, die etwas mitbekommen haben, aufzufangen. Seit Anfang März ist dafür eigens eine Stabsstelle bei der Feuerwehr eingerichtet worden.





Um soweit wie möglich zu verhindern, dass Handybilder und Videos solcher Szenerien im Netz kursieren und Schaulustige abzuhalten, gehören mittlerweile auch Stellwände mit zur Ausrüstung der Feuerwehr.

Ein Großeinsatz geht auch mit Bombenfunden einher. Davon gab es drei in 2015. Vor gut einem Jahr wurde an der Martinsstraße eine Weltkriegsbombe gefunden. Etwa 300 Mitarbeiter aus verschiedenen Fachbereichen waren im Einsatz, um 5.200 Personen vor der Entschärfung zu evakuieren. Im Laufe des Jahres kam es noch zu zwei weiteren Einsätzen nach Bombenfunden, im April am Geistenbecker Feld und im Dezember an der Heinrich-Pesch-Straße, wo jeweils 1.000 Personen evakuiert werden mussten.





Zurzeit müssen noch Warnfahrzeuge in enger Taktung durch die Wohngebiete fahren, um die Anwohner zu erreichen. In Zukunft sollen dazu auch Sirenen mit zum Einsatz kommen. Feuerwehrchef Lampe geht davon aus, dass die ersten im Frühjahr 2017 in Betrieb gehen können. Mindestens fünf weitere Jahre wird es dauern, bis das gesamte Stadtgebiet mit Sirenen abgedeckt ist. Sie sollen dann an modernste intelligente digitale Warnsysteme gekoppelt sein, so dass sogar Hinweise per App abgerufen werden können.




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