Mönchengladbach: Obdachloser Josef sitzt hilflos in der Kälte

Foto: Sascha Rixkens

Mönchengladbach. Draußen wird es zunehmend kälter und der Winter klopft schon an. Die Temperaturen fallen. Einige Menschen leben auf der Straße. Nicht weil sie es müssen. Nein, einfach weil sie es wollen und Angst haben, wieder in einer Wohnung zu leben.
Nicht so der 40 Jahre alte Josef, der halbe Bosnier arbeitete Jahre lang in einer Spedition, ist in Mönchengladbach geboren und aufgewachsen. Seit 3 Jahren lebt er nunmehr auf der Straße. Im Stich gelassen von den Behörden. Dabei könnte alles so einfach sein. Er braucht nur einen Pass. Dieser wird im aber verwehrt, da er kein Geld hat. Das Jobcenter weigert sich auch zu helfen. Grund dafür ist der fehlende Pass. Ein Teufelskreis, der scheinbar alltäglich ist. Doch wie ist es dazu gekommen?
Josef verpasste es, seinen Pass fristgerecht verlängern zu lassen. Bekam ersatzweise einen neuen Pass vom Konsulat ausgestellt. Irgendwann lief auch dieser ab. Das Geld fehlte und er wurde dazu noch arbeitslos. Beim Jobcenter wurde ihm ohne gültigen Ausweis keine Hilfe zugesprochen. Josef: “Das Amt hilft mir nicht, da ich keine Dokumente besitze um mich ausweisen zu können.“ Seine Familie, die in Mönchengladbach wohnt, kann ihn finanziell nicht unterstützen.
Er verlor seine Wohnung und jeglichen Anschluss an die Gesellschaft.

Anfangs verbrachte er seine Nächte im Hinterausgang vom HBF in Mönchengladbach. Mittlerweile kann er zeitweise nachts bei einem Bekannten übernachten. Tagsüber ist er wieder am HBF zu finden. Friedlich und zurückgezogen sitzt Josef da. Er spricht die Leute nicht an. Ein Schild mit der Aufschrift „Ich bitte um eine kleine Spende für einen Obdachlosen!“ – gehalten von einer Thermoskanne – steht vor Josef. Hin und wieder kommen Menschen die helfen möchten und werfen Kleingeld in seinen Kaffeebecher. Andere bringen kleinere Mahlzeiten.
So auch Tanja Schumacher aus Mönchengladbach. Sie sah Josef oft am Bahnhof sitzen, spendete und sprach den Obdachlosen an. Sie bot spontan Hilfe an. Fragte Josef sogar ob er nicht beim Umzug helfen möchte. Josef war sofort dabei und packte eifrig mit an. Tanja sagte uns “Josef war überpünktlich da. Er packte ordentlich und in einem schnellen Tempo mit an.“ Er bekam am Ende etwas Geld, zu Essen und konnte sich duschen.

Behörden lassen Obdachlosen Josef im Stich

Am Montag entschied Tanja Schumacher sich dann, das ganze bei Facebook zu veröffentlichen. In der Gruppe “Du bist Mönchengladbacher, wenn…“ veröffentlichte sie einen Beitrag wie Sie Josef kennenlernte und was sie vor hat. Eine Welle der Hilfsbereitschaft brach los. Bis heute sind über 200 Nachrichten bei Tanja Schumacher eingegangen. Auch die ersten Spendengelder für die Papiere sind bereits da. Ein Facebook-Nutzer erklärte sich spontan bereit, Josef ein Handy mit Prepaid-Karte zu geben damit er erreichbar ist.
Andere bieten sich an, Josef in ihrem Garten arbeiten zu lassen, da Josef früher im Garten- und Landschaftsbau gearbeitet hat.
So lange er noch keine Unterkunft für die kalten Tage hat, braucht er dringend noch einige Sachen wie Schuhe (42 1/2), warme Anziehsachen sowie Bücher. Josef liest sehr viel, um sich seine Langeweile zu vertreiben. Auch Lebensmittel sowie Geldspenden kann er gut gebrauchen, um u.a. sich einen warmen Kaffee oder Tee leisten zu können.
Sein größter Wunsch ist es jedoch, vor Weihnachten alle Dokumente zusammen zu haben und nicht mehr auf der Straße leben zu müssen.

Es wird nachberichtet…

Bericht: S.Rixkens / M.Tarnofsky
Foto: S.Rixkens




17 Kommentare

  1. Was kostet denn der Ausweis?
    Ich Habe eine Warme Winter Jacke Größe L. Fällt groß aus. Die Jacke ist noch neu. Wo kann ich die Abgeben?

  2. Er hat in Pullis Größe XL und benötigt dringend welche. Meiner Meinung nach eine Jacke bei den Temperaturen. Habe ihn gerade persönlich gefragt. Wie er sie am besten bekommt? Hingehen! Er ist Ausgang Platz der Republik tagsüber zu finden, immer am selben Platz.

  3. josef sitzt immer am hinterausgang vom bahnhof um ihm eine warme jacke zu geben kann man dort hin gehen. Und bei fragen kann man ihn auch sofort selber ansprechen. Wie er aussieht weiss ja jetzt jeder. Er ist dort jeden tag anzutreffen.

  4. jeder kann ihn selber ansprechen er ist immer am hbf.
    Um zu wissen welche groesse er hat und um ihm zu helfen brauch man keine dritte die sich wichtig machen.

  5. Kalle kenne Josef seit Jahren und er weiß genau warum er da ist wo er ist sorry aber es gibt Menschen denen ist nicht zu helfen jedenfalls nicht mit Geld
    8. November 2014 um 0:20

    Es gibt Menschen die es wissen und es nicht machen so ist Josef schon Jahre also bitte er weiß was er machen muß und das ist nicht die schuld der Behörden ich bin selbst betroffener und es geht auch anders

  6. ES IST SCHON FRECH DEM STAAT UND DEN BEHOERDEN EINEN VORWURF ZU MACHEN! JOSEF HAT SICH SEINE SITUATION SELBER ZU ZUSCHREIBEN! SVHON IN JUNGEN JAHREN BESTAND DER ALTAG AUS ABZOCKEN DROGEN NEHMEN UND RUMHAENGEN AUSBILDUNG SCHULE UND JOB WAREN NICHT WICHTIG! UND JETZT ALLEN DIE SCHULD GEBEN AN EINER LAGE DIE ER SELBST ZU VERANTWORTEN HAT UNVERSCHAEMT UND NOCH SCHLIMMER DAS ES LEUTE GIBT DIE DIESEN MIST AUCH NOCH GLAUBEN! ICH WEISS DAS JEDER DER WILL AUCH HILFE BEKOMMT UND AUCH OHNE PAPIERE IST DAS AMT BEREIT ZU HELFEN MAN MUSS SICH NUR AN GEWISSE REGEL HALTEN UND AN DIESER HAELT SICH KAUM EINER KEIN WUNDER DAS MAN DANN JAHRE IM DRECK SITZT! AUSSERDEM SOLLTE MAN SICH MAL GEDANKEN DAEUEBER MACHEN WARUM DIE FAMILIE DIE IN MG WOHNT NICHT HILFT! AUCH OHNE GELD UND MIT KLEINER WOHNUNG WUERDE KEIN ELTERNTEIL SEIN KIND AUF DER STRASSE LASSEN EGAL WIE ALT UND AUCH EGSL OB MAN GELD HAT! ICH BIN SRLBER MUTTER UND WUERDE SELBST WENN ICH AUF EINEM ZIMMER LEBTE UND KEIN GELD HAETTE MEIN KIND AUFNEHMEN! ALSO LIEBE MITMENSCHEN VIELLEICHT MAL NACHDENKEN OB DAS ALLES SO SEINE RICHTIGKEIT HAT! !!!!!!!!!

    • Dein „STAAT UND BEHÖRDEN“ sind Verbrecher, das mal dazu, lass den Menschen doch einfach helfen, anstatt ihnen vorzuschreiben, wie das Leben zu funktionieren hat.

  7. Ich finde es schade, das es Menschen gibt, die so dermaßen destruktiv denken.
    jeder von uns macht Fehler und jeder von uns hat eigene Persönliche Probleme – die einen sind eher Kleinigkeiten, die anderen sind schwerwiegender.

    Ich würde mir in jedem Falle wünschen, dass sich meine Mitmenschen wenigstens ein bisschen um mich scherten, wäre ich in einer ähnlichen Situation – Und genau aus diesem Grund, werde ich auch schauen, was ich für Josef tun kann.

  8. Wir haben ihn schon oft geholfen und werden es weiterhin tun er hat es verdient sein Wunsch zu bekommen ! Und man ist froh das ihn wenigstens viele helfen wollen und ich finde es auch gut das er spenden bekommt er wird es eines tages schaffen !

  9. Ich wäre dafür das wir uns alle zusammen tun uns alle in mg bei ihn treffen und ihn die Spende geben das er seinen pass bekommt!

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