Kreis Viersen: Dank der Hinweise aus der Bevölkerung: Serieneinbrecherin festgenommen?

Kreis Viersen: (ots)

„Danke für Ihre Mithilfe! Unsere Sicherheitspartnerschaft funktioniert! Gemeinsam schaffen wir es, den Wohnungseinbrechern einen Riegel vorzuschieben“, mit diesen Worten drückt der Leiter der Direktion Kriminalität, KD Siegfried Lantermann, seinen Dank und seine Anerkennung für die Hinweisgeber aus, die in den letzten Wochen und aktuell am gestrigen Dienstag die Festnahme bzw. Identifizierung eines Einbrecherpaars ermöglicht haben. Es handelt sich um ein 14-jähriges Mädchen und einen 12-jährigen Jungen mit serbischer Staatsangehörigkeit, ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Der Abteilungsleiter der Polizei wird sich in den nächsten Tagen noch bei den wachsamen Zeugen bedanken.

Die Kripo wirft den jungen, einschlägig bekannten Tageswohnungseinbrechern eine Serie von Wohnungseinbrüchen im Kreisgebiet in den vergangenen Wochen vor.

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen können die Ermittler dem Paar bislang neun Tageswohnungseinbrüche im Kreisgebiet seit Oktober 2015 konkret zuordnen. Aufgrund der Spurenlage, der Arbeitsweise und weiterer kriminalpolizeilicher Erkenntnisse und Ermittlungen geht die Kripo davon aus, dass das Paar in den letzten Wochen weit mehr Taten als die bislang eingeräumten neun Wohnungseinbrüche begangen haben dürfte. Nach ersten Schätzungen dürften auf das Konto der beiden jungen Tatverdächtigen vermutlich rund 30 Wohnungseinbrüche in den letzten Wochen alleine im Kreisgebiet gehen.

Die 14-jährige Tatverdächtige wird im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt. Sie ist teilgeständig. Ihr strafunmündiger Mittäter ist ebenfalls einschlägig polizeibekannt, aber noch flüchtig.

Die Kombination aus wachsamen Nachbarn, Kommissar Zufall und akribischer Spurensuche und – sicherung sowie sofortiger erfolgreicher Fahndung der Einsatzleitstelle und der Einsatzkräfte der Polizeiwache Nettetal führte gestern, gegen 11:35 Uhr, zum Erfolg: nämlich zur vorläufigen Festnahme der 14-jährigen mutmaßlichen Serieneinbrecherin.

Vorbildliches Zeugenverhalten: Die Bevölkerung ist wachsamer geworden. Wir bekommen mehr Hinweise auf verdächtige Beobachtungen. Die Hemmschwelle, die 110 zu rufen, ist zwar immer noch teilweise zu hoch- doch immer mehr Menschen trauen sich, uns über den Notruf in die Lage zu versetzen, sofort zu fahnden! So meldete am gestrigen Vormittag eine Bewohnerin der Hagelkreuzstraße in Lobberich, dass das Paar, über das die Bevölkerung aus den Medien unterrichtet war, unter der Legende, eine Maria zu suchen, an ihrem Haus geschellt habe. Die Frau öffnete nicht und tat das genau Richtige: Sie informierte die Polizei, allerdings erst eine geraume Zeit nach dem Vorfall.





Kommissar Zufall half mit: Eine zweite Zeugin, die bereits Mitte Oktober einen guten Hinweis zu dem verdächtigen Paar in Zusammenhang mit einem Tageswohnungseinbruch in Leuth gegeben hatte, traf zufällig beim Einkaufen in Hinsbeck erneut auf das vermutliche Einbrecherpaar und informierte unverzüglich über Notruf die Polizei.

Sofortige Fahndung: Über die Leitstelle der Polizei, in der die Notrufe auflaufen, wurde sofort eine groß angelegte Fahndung nach den verdächtigen Einbrechern ausgestrahlt. Den Einsatzkräften der Polizeiwache Nettetal gelang es dann, die 14-jährige Verdächtige in Hinsbeck aufzuspüren und vorläufig festzunehmen. Ihr Begleiter konnte fliehen. Das Mädchen führte einen großen Schraubendreher als Einbruchswerkzeug mit.

Ermittlungen und Spurensicherung: Die Polizei war dem Paar bereits seit Wochen eng auf den Fersen. Schon Ende September (Meldung 12296 vom 25.9.) war der jetzt beschuldigte 12-jährige Junge als Verdächtiger angehalten worden. Gemeinsam waren die beiden jetzt Beschuldigten dann am 15. Oktober in Viersen, Schwalmtal und Willich unterwegs gewesen und waren als Tatverdächtige identifiziert worden. (Meldung 1420 vom 16.10.) Die an den Einbruchstatorten durchgeführte akribische Spurensuche- und – sicherungen sowie weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen konkretisieren den Verdacht, dass die beiden nunmehr Beschuldigten auch an weiteren Tatorten als Einbrecher tätig gewesen sind. Die Ermittler werden nun im weiteren Verlauf die an Tatorten gesicherten Spuren (zum Beispiel Schuhspuren, Werkzeugspuren, DNA-Spuren) mit den Daten der Verdächtigen abgleichen.

Nach wie vor ist es nicht gelungen, die Erziehungsberechtigten oder den aktuellen Aufenthaltsort oder Wohnort der Verdächtigen zu ermitteln. Auch die diesbezüglichen Ermittlungen dauern noch an.

Gestanden hat die Verdächtige unter anderem auch einen versuchten Einbruch, der erst am gestrigen Abend bekannt geworden war. Hier hatten die Einbrecher im Laufe des Tages vergeblich versucht, die Terrassentür zu einem Einfamilienhaus auf der Dechant-Werth-Straße in Lobberich aufzuhebeln.

Die Polizei appelliert: Es ist durchaus wahrscheinlich, dass auch weiterhin Angehörige von Einbrecherbanden im Kreisgebiet unterwegs sind, um Wohnungseinbrüche zu begehen.

Bleiben Sie daher wachsam, wenn Ihnen in Ihrem Wohnumfeld etwas „komisch“ vorkommt. Dieses Gefühl sollte Anlass genug sein, den Notruf 110 zu wählen.

Wie die geschilderten Fälle belegen, sind es genau diese Hinweise, die letztendlich Einbrechern einen Riegel vorschieben können!




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