Meerbusch – Mit einer dreisten Betrugsmasche haben bislang unbekannte Täter am Dienstag (3. November) einen 87-jährigen Mann aus Meerbusch um Goldmünzen und Feingold im sechsstelligen Wert gebracht. Die Betrüger gaben sich als Polizeibeamte aus und überzeugten den Senior davon, seine Wertsachen aus einem Bankschließfach zu holen. Die Kriminalpolizei sucht dringend Zeugen.
Angeblicher Polizist warnt vor geplantem Banküberfall
Gegen 11 Uhr erhielt der 87-Jährige einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab.
Der Anrufer behauptete, das Bankschließfach des Seniors sei nicht mehr sicher. Angeblich plane eine kriminelle Bande unter Beteiligung von Bankmitarbeitern einen Überfall auf das Geldinstitut.
Um seine Wertsachen zu schützen, solle der Mann das eingelagerte Gold abholen. Die Polizei müsse die Goldbestände anschließend auf ihre Echtheit überprüfen.
Der Senior glaubte den Angaben des vermeintlichen Beamten und holte seine Wertsachen aus der Bank.
Betrüger holt Gold an der Haustür ab
Gegen 16 Uhr erschien wie zuvor vereinbart ein unbekannter Mann an der Greifswalder Straße.
Auch dieser gab sich als Polizist aus. Um seine angebliche Identität zu bestätigen, zeigte er dem 87-Jährigen kurz einen vermeintlichen Dienstausweis auf seinem Mobiltelefon.
Daraufhin übergab der Senior dem Mann Goldmünzen und Feingold im sechsstelligen Wert.
Der Täter erklärte, ein Kollege werde die Wertsachen in einem Fahrzeug auf der Wasserstraße überprüfen. Anschließend wolle er das Gold sofort zurückbringen.
Doch der Unbekannte kehrte nicht zurück. Als der Senior bemerkte, dass er betrogen worden war, verständigte er die echte Polizei.
Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung
Der Abholer wird wie folgt beschrieben:
- Etwa 20 bis 25 Jahre alt
- Circa 1,85 bis 1,90 Meter groß
- Schlanke Statur
- Kurze, dunkle Haare
- Nach Zeugenaussage südländisches Erscheinungsbild
- Dunkle Bekleidung
Die Kriminalpolizei ermittelt und sucht insbesondere Personen, die am Dienstagnachmittag im Bereich der Greifswalder Straße oder Wasserstraße verdächtige Beobachtungen gemacht haben.
Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 12 unter der Telefonnummer 02131 300-0 oder per E-Mail an poststelle.rhein-kreis-neuss@polizei.nrw.de entgegen.
Polizei warnt vor falschen Beamten
Die Polizei weist immer wieder darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals telefonisch dazu auffordern, Bargeld, Schmuck oder Gold zur angeblichen Überprüfung oder sicheren Verwahrung an unbekannte Personen zu übergeben.
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch beenden und selbstständig über die Notrufnummer 110 die Polizei verständigen.
(rix)
