Kreis Viersen. Die Bundespolizei hat am vergangenen Wochenende bei mehreren Kontrollen im Raum Kaldenkirchen, Nettetal und Kempen verschiedene Haftbefehle vollstreckt und dabei weitere Straftaten sowie Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz festgestellt.
Den Auftakt machte am Freitagmorgen (22. Mai 2026) eine Kontrolle am Friedhof in Nettetal-Kaldenkirchen. Dabei überprüften Beamte einen 22-jährigen Deutschen, gegen den ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Krefeld wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz vorlag. Da er die offene Geldstrafe von insgesamt 1.302 Euro nicht bezahlen konnte, wurde er zur Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe in die Justizvollzugsanstalt Moers gebracht. Zusätzlich bestanden gegen ihn Aufenthaltsermittlungen wegen Erschleichens von Leistungen und Hausfriedensbruchs.
Am Freitagabend kam es am Bahnübergang Lärchenweg in Kaldenkirchen zu einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr. Ein 24-jähriger Spanier versuchte laut Bundespolizei, einen Güterzug anzuhalten, nachdem er seinen Zug in Richtung Niederlande verpasst hatte. Trotz eingeleiteter Notbremsung und mehrfacher Aufforderungen wollte der Mann auf einen Kesselwagen klettern. Die Strecke musste daraufhin gesperrt und die Oberleitung abgeschaltet werden. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Am Samstagvormittag kontrollierte die Bundespolizei an der Anschlussstelle Kaldenkirchen-Süd auf der A61 einen 48-jährigen Kosovaren, der sich seit Juni vergangenen Jahres unerlaubt im Schengen-Raum aufgehalten haben soll. Gegen ihn lag ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Memmingen vor. Der Mann konnte eine offene Geldstrafe von rund 2.500 Euro begleichen, wurde jedoch anschließend abgeschoben. Gegen ihn wird zudem wegen unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts ermittelt.
Auch am Sonntagmorgen vollstreckte die Bundespolizei einen weiteren Haftbefehl. Ein 46-jähriger Pole wurde auf der Poststraße in Kaldenkirchen kontrolliert. Gegen ihn lagen Haftbefehle wegen versuchten schweren Diebstahls vor. Da er die offene Geldstrafe nicht bezahlen konnte, wurde er in die Justizvollzugsanstalt Moers gebracht.
Ebenfalls am Sonntag kontrollierten Beamte im Regionalexpress 13 auf Höhe des Haltepunkts Breyell eine 24-jährige Deutsche, die zuvor aus den Niederlanden eingereist war. Gegen sie bestand ein Untersuchungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Frankenthal wegen Diebstahls. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten zudem rund 3,5 Gramm Marihuana. Neben der Vollstreckung des Haftbefehls wurde daher ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen der Einfuhr von Marihuana eingeleitet.
Am Sonntagabend überprüfte die Bundespolizei schließlich auf der A52 an der Anschlussstelle Elmpt einen 33-jährigen Algerier, der als Fahrgast in einem Reisebus aus den Niederlanden eingereist war. Gegen ihn lag ein Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Leipzig wegen Diebstahls vor. Da der Mann die offene Geldstrafe nicht bezahlen konnte, wurde er in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Zusätzlich leitete die Bundespolizei Verfahren wegen unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts ein. (mke)
