Mönchengladbach – Ein erschütternder Vorfall hat sich am Osterwochenende in Mönchengladbach ereignet: Unbekannte Täter haben das Ehrenmal im Stadtteil Neuwerk mit roter Farbe beschmiert. Besonders schwer wiegt, dass auch ein jüdischer Gedenkstein betroffen ist – auf diesem wurde zusätzlich ein Hakenkreuz angebracht.
Angriff auf bedeutenden Erinnerungsort
Das Ehrenmal in Neuwerk ist ein zentraler Ort des Gedenkens. Es wurde unter Mitwirkung zahlreicher Vereine und Bürger errichtet und am Volkstrauertag 1960 eingeweiht. In einer Grünanlage nahe der alten Klostermauer erinnert ein steinernes Hochkreuz, flankiert von sieben großen Steintafeln, an insgesamt 734 gefallene Bürger aus Neuwerk.
Gedenkstein für NS-Opfer gezielt beschmiert
1991 wurde das Ehrenmal auf Initiative des Sachausschusses Erwachsenenbildung der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt um einen jüdischen Gedenkstein erweitert. Dieser erinnert an die Familie Hermanns, deren neun Mitglieder Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden.
Dass ausgerechnet dieser Gedenkstein Ziel der Schmierereien wurde, verleiht der Tat eine besonders erschütternde Dimension.

Staatsschutz ermittelt
Die Polizei hat Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Aufgrund des verwendeten verfassungsfeindlichen Symbols wurde der Staatsschutz eingeschaltet. Die Tat wird als politisch motiviert eingestuft.
Zeugen dringend gesucht
Die Polizei bittet um Hinweise von Zeugen, die im Zeitraum zwischen Samstag und Ostersonntag verdächtige Beobachtungen im Bereich des Ehrenmals gemacht haben.
(rix)
