Mönchengladbach – Nur wenige Wochen nach dem Start der Ersthelfer-App „Region der Lebensretter 3.0“ zieht der Rettungsdienst Mönchengladbach eine äußerst positive Bilanz. Seit der Einführung am 10. Dezember haben sich rund 700 Bürgerinnen und Bürger als Ersthelfer*innen registriert. Damit ist innerhalb kurzer Zeit ein engmaschiges Netz an freiwilligen Helfenden im gesamten Stadtgebiet entstanden.
Im Vergleich zu anderen Regionen, die teils seit Jahren mit dem System arbeiten und dort lediglich 200 bis 300 registrierte Ersthelfer*innen zählen, gilt die Entwicklung in Mönchengladbach als außergewöhnlich. Der Rettungsdienst sieht darin einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Notfallversorgung, insbesondere bei Herz-Kreislauf-Stillständen.
Bislang wurden Ersthelfer*innen in 36 Reanimationsfällen gemeinsam mit den regulären Einsatzkräften alarmiert. In vielen Fällen trafen sie noch vor dem Rettungsdienst am Einsatzort ein und begannen sofort mit lebensrettenden Maßnahmen – teilweise bereits nach weniger als zwei Minuten. Diese Zeitvorteile hatten nach Angaben der Feuerwehr erheblichen Einfluss auf den Verlauf der Notfälle.
So konnte ein Patient, der am 17. Dezember zunächst von Ersthelferinnen reanimiert worden war, bereits am 25. Dezember ohne Folgeschäden aus dem Krankenhaus entlassen werden. Auch in den frühen Morgenstunden des 3. Januar gelang es drei Ersthelferinnen, einen 50-jährigen Mann nach einem Herzinfarkt erfolgreich wiederzubeleben. Der Patient hat inzwischen die Intensivstation verlassen und befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Um das Ersthelfersystem weiter auszubauen, bietet die Feuerwehr Mönchengladbach zusätzliche Schulungen für Interessierte ohne medizinische Vorerfahrung an. Im ersten Halbjahr 2026 sind vier Termine im Ratssaal des Rathauses Abtei geplant. Die Schulungen finden jeweils von 17 bis 18.30 Uhr statt; eine Teilnahme genügt für die Registrierung in der App. Voraussetzung ist die Volljährigkeit. Anmeldungen sind per E-Mail an lebensretter@moenchengladbach.de möglich.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich: Der kontinuierliche Ausbau des Ersthelfersystems kann die Überlebenschancen bei plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillständen nachhaltig verbessern.
(rix)
