Zehn Verletzte bei schwerem Unfall in Holt – Mutmaßlicher Verursacher flüchtet, weiterer Autofahrer alkoholisiert an Einsatzstelle

Mönchengladbach-Holt. Ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen hat am Donnerstagabend (5. November 2026) auf der Aachener Straße in Höhe der Feuer- und Rettungswache II einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausgelöst. Insgesamt zehn Menschen wurden verletzt und in umliegende Krankenhäuser transportiert. Der mutmaßliche Unfallverursacher und seine Beifahrerin entfernten sich zunächst von der Unfallstelle. Zudem sorgte ein weiterer Autofahrer während der Unfallaufnahme für einen Polizeieinsatz.

Heftige Kollision auf der Aachener Straße

Gegen 18.20 Uhr ereignete sich der folgenschwere Verkehrsunfall unmittelbar vor der Feuer- und Rettungswache II in Holt. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der mutmaßliche Unfallverursacher mit hoher Geschwindigkeit aus Richtung Gladbacher Straße gekommen sein. Im weiteren Verlauf kollidierte sein Fahrzeug mit dem VW einer Mönchengladbacherin.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Frau schwer verletzt. Sie musste noch am Abend durch den Rettungsdienst in ein umliegendes Krankenhaus gebracht werden.

Der Fahrer des mutmaßlich unfallverursachenden Fahrzeugs sowie seine Beifahrerin entfernten sich zunächst vom Unfallort. Beide konnten jedoch wenig später im Nahbereich angetroffen werden. Auch sie wurden zur weiteren medizinischen Untersuchung in ein Krankenhaus transportiert.

Nach bisherigen Informationen besteht der Verdacht, dass Alkohol bei dem Unfall eine Rolle gespielt haben könnte. Ob sich dieser Verdacht bestätigt, ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

Feuerwehr löst MANV-Alarm aus

Da sich der Unfall unmittelbar vor der Feuerwache ereignete, konnten Mitarbeitende der Feuerwehr unverzüglich Erste Hilfe leisten. Aufgrund der Vielzahl beteiligter Fahrzeuge und verletzter Personen wurden umgehend weitere Rettungskräfte nachalarmiert.

Die Einsatzleitung löste das Stichwort „MANV“ aus. Diese Abkürzung steht für „Massenanfall von Verletzten“ und wird verwendet, wenn eine größere Anzahl von Personen gleichzeitig medizinisch versorgt werden muss.

Bei der ersten Erkundung stellte sich heraus, dass glücklicherweise niemand in einem Fahrzeug eingeklemmt war. Die Feuerwehr konzentrierte sich deshalb auf die Unterstützung des Rettungsdienstes sowie die Versorgung und Betreuung der Unfallbeteiligten.

Insgesamt mussten zehn Personen medizinisch versorgt und anschließend mit Rettungswagen in verschiedene Krankenhäuser transportiert werden.

Autofahrer fährt durch Absperrung – Verdacht auf Alkohol

Noch während die Polizei mit der umfangreichen Unfallaufnahme beschäftigt war, kam es zu einem weiteren Zwischenfall.

Der Fahrer eines roten Kleinwagens missachtete offenbar die Absperrung der Unfallstelle. Er umfuhr mehrere aufgestellte Verkehrsleitkegel und versuchte, durch den abgesperrten Einsatzbereich in Richtung Innenstadt zu fahren.

Dabei passierte er einen vor Ort befindlichen Reporter in äußerst geringem Abstand. Zu einer Berührung kam es glücklicherweise nicht.

Polizeibeamte stoppten den Fahrer und kontrollierten ihn. Während der Ansprache ergaben sich Hinweise auf einen möglichen Alkoholkonsum. Der Mann erklärte sich daraufhin mit einem freiwilligen Atemalkoholtest einverstanden.

Dieser bestätigte den Verdacht der Beamten. Da der Fahrer nicht mehr in der Lage war, sein Fahrzeug sicher zu führen, untersagten ihm die Polizisten die Weiterfahrt.

Anschließend wurde der Mann zum Polizeipräsidium gebracht, wo ihm ein Arzt eine Blutprobe entnahm.

Aachener Straße bis tief in die Nacht gesperrt

Die Unfallaufnahme gestaltete sich aufgrund der zahlreichen beteiligten Fahrzeuge und der umfangreichen Spurenlage aufwendig.

Die Einheit Rheindahlen der Freiwilligen Feuerwehr unterstützte die Polizei nach Abschluss der Rettungsmaßnahmen bei der Unfallaufnahme. Eine zusätzlich angeforderte Drohne der Informations- und Kommunikationsgruppe musste letztlich nicht mehr eingesetzt werden.

Unfallbeteiligte, die keine stationäre medizinische Versorgung benötigten, wurden zwischenzeitlich in der Feuer- und Rettungswache II betreut. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnten einige von ihnen mit ihren noch fahrbereiten Fahrzeugen die Heimreise antreten.

Die nicht mehr fahrbereiten Autos mussten durch Abschleppunternehmen geborgen werden.

Die Aachener Straße blieb aufgrund der Rettungsarbeiten, Spurensicherung und Bergungsmaßnahmen bis tief in die Nacht gesperrt.

Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst

Im Einsatz befanden sich der Lösch- und Hilfeleistungszug der Feuer- und Rettungswache II in Holt, ein Rüstwagen aus dem Technik- und Logistikzentrum, sechs Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge sowie die Einheit Rheindahlen und die Informations- und Kommunikationsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr. Ebenfalls vor Ort war der Führungsdienst der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache, zum Unfallhergang und zu einer möglichen Alkoholisierung des mutmaßlichen Verursachers aufgenommen.

(rix)