Neue DNA-Spuren im Mordfall Sonja K. – Polizei hofft auf Durchbruch

Foto: Polizei Mönchengladbach

Mönchengladbach. Mehr als 31 Jahre nach dem Mord an der 24-jährigen Lidl-Filialleiterin Sonja K. gibt es einen bedeutenden Fortschritt bei den Ermittlungen. Mit modernen Untersuchungsmethoden ist es der Polizei gelungen, neue DNA-Spuren zu sichern und auszuwerten, die zu einem oder mehreren Tätern führen könnten.

Sonja K. wurde am Morgen des 25. Januar 1995 in der damaligen Lidl-Filiale an der Hochstraße 33–35 in St. Tönis getötet. Unbekannte Täter drangen in den Supermarkt ein, erdrosselten die 24-Jährige und raubten mehrere tausend Mark aus dem Tresor.

Im Zuge der neu aufgenommenen Ermittlungen konnten mit Methoden, die zur Tatzeit noch nicht zur Verfügung standen, DNA-Spuren gesichert werden. Die Polizei nahm daraufhin zahlreiche Vergleichsproben. Unter anderem gaben damalige Rettungskräfte und Polizeibeamte sowie Personen aus dem persönlichen und beruflichen Umfeld von Sonja K. Speichelproben ab. Auch Mitarbeiter von Fremdfirmen wie Lieferanten, Ladendetektive und Reinigungskräfte wurden einbezogen.

Einen Teil der gefundenen DNA-Spuren konnten die Ermittler bereits Personen zuordnen und diese als Täter ausschließen. Noch sind allerdings nicht alle Vergleichsproben ausgewertet. Die Untersuchungen dauern an.

„Wir möchten den Fall lösen und den Angehörigen Gewissheit geben, wer Sonja K. getötet hat“, erklärt Kriminalhauptkommissarin Stefanie Kohnen von der Ermittlungsgruppe Cold Case.

Sonja K. war zum Zeitpunkt ihres Todes erst 24 Jahre alt und wollte im Sommer 1995 ihren Lebensgefährten heiraten und mit ihm eine Familie gründen. Ihre Eltern starben, ohne zu erfahren, wer ihre Tochter getötet hatte. Nun hoffen insbesondere ihre beiden Brüder weiterhin auf die Aufklärung des Verbrechens.

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und Ermittlung des Täters führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Hinweise nimmt die Polizei unter 02161 290 sowie per E-Mail an mk.lidl.Moenchengladbach@polizei.nrw.de entgegen.

Der Fall ist Teil der Kampagne „Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich“. Dabei untersucht die Polizei Mönchengladbach gemeinsam mit dem Landeskriminalamt NRW und der Staatsanwaltschaft Krefeld ungeklärte Tötungsdelikte aus vergangenen Jahrzehnten erneut. (mke)