Bei einer Verkehrskontrolle in Nettetal-Breyell hat die Polizei einen technisch völlig mangelhaften Sattelzug aus dem Verkehr gezogen. Ein Sachverständiger stellte insgesamt 63 Mängel an der Fahrzeugkombination eines griechischen Transportunternehmens fest. Die Polizei sprach von einer akuten Gefahr für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer.
Bereits bei der ersten Sichtkontrolle fielen den Einsatzkräften gravierende Defekte auf. Unter anderem waren die Bremsscheiben des Aufliegers rot verfärbt, zudem fehlten an mehreren Stellen Bremsbeläge.
Ein hinzugezogener Sachverständiger bestätigte den Verdacht und dokumentierte insgesamt 63 technische Mängel. Die meisten davon waren so schwerwiegend, dass der Sattelzug ausschließlich noch bis zur nächsten Werkstatt hätte bewegt werden dürfen. Zwei der festgestellten Defekte hätten nach Angaben der Polizei bereits für sich allein eine sofortige Stilllegung des Fahrzeugs gerechtfertigt.
Die Beamten untersagten deshalb die Weiterfahrt. Während der Fahrer die Maßnahme offenbar nachvollziehen konnte, wollten die Verantwortlichen des Transportunternehmens den Lkw dennoch weiter in Richtung Griechenland fahren lassen. Um dies zu verhindern, stellte die Polizei die Kennzeichen des Fahrzeugs sicher.
Nach Einschätzung des Sachverständigen stellte die Sattelzugkombination eine erhebliche Gefahr für den Fahrer sowie für alle anderen Verkehrsteilnehmer dar.
Gegen den Fahrer wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Zudem musste er eine Sicherheitsleistung hinterlegen. Die Kennzeichen erhält das Unternehmen erst zurück, wenn nachgewiesen ist, dass der Lastwagen abgeschleppt und fachgerecht repariert oder verschrottet wurde.
Zusätzlich stellten die Einsatzkräfte fest, dass die komplette Ladung – bestehend aus Fässern und Gitterboxen – völlig ungesichert transportiert wurde.
(rix)
