Polizei kontrolliert E-Scooter und Fatbikes in Mönchengladbach – Jugendliche flüchten mit bis zu 50 km/h

Foto: Sascha Rixkens

Mönchengladbach – Getunte E-Scooter, riskante Fluchtversuche und zahlreiche Verkehrsverstöße: Bei einem Sondereinsatz am Mittwoch, 14. Oktober, hat die Polizei Mönchengladbach erneut verstärkt E-Scooter und sogenannte Fatbikes kontrolliert. Innerhalb von acht Stunden überprüften die Einsatzkräfte rund 100 Fahrzeuge und stellten zahlreiche Verstöße fest. Besonders auffällig war das geringe Alter vieler Beschuldigter.

Zwischen 14 und 22 Uhr waren insgesamt 14 Mitarbeitende des Verkehrsdienstes sowie eine Gruppe der Bereitschaftspolizei im Stadtgebiet im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Kräften der Polizeiwachen Mönchengladbach und Rheydt sowie der Krad-Staffel.

40 Verwarnungsgelder bei Kontrollen

Im Rahmen der Kontrollen sprachen die Beamten 40 Verwarnungsgelder im Zusammenhang mit E-Kleinstfahrzeugen aus. Hinzu kamen zwei Verwarnungsgelder wegen der Nutzung eines Mobiltelefons beim Fahrradfahren.

Drei Ordnungswidrigkeiten betrafen Fälle, in denen Kinder unter 14 Jahren ein E-Kleinstfahrzeug fahren durften, obwohl sie dafür nicht geeignet waren. Darüber hinaus erstattete die Polizei unter anderem Anzeigen wegen fehlender Fahrerlaubnis, fehlender Zustimmung des Fahrzeughalters und fehlenden Versicherungsschutzes.

14-Jähriger flüchtet mit rund 50 km/h

Besonders brisant war eine Kontrolle auf der Schlossstraße. Dort bemerkten Polizisten drei Jugendliche auf E-Scootern, die in Richtung Heppendorfstraße unterwegs waren. Zwei der Fahrzeuge hatten Versicherungskennzeichen.

Als die Beamten die Jugendlichen zum Anhalten aufforderten, flüchteten sie in unterschiedliche Richtungen. Einem Fahrer folgten die Einsatzkräfte. Trotz mehrfacher Anhalteaufforderungen setzte der Jugendliche seine Fahrt fort.

Dabei erreichte er nach Angaben der Polizei etwa 50 km/h. Erst auf einem Feldweg mit schwierigen Fahrbedingungen gelang es den Beamten, den 14-Jährigen zu stoppen.

Die Polizei stellte den E-Scooter sicher und übergab den Jugendlichen anschließend seinen Eltern.

16-Jähriger mit technisch verändertem E-Scooter gestoppt

Auch auf der Volksgartenstraße fiel ein E-Scooter-Fahrer durch deutlich überhöhte Geschwindigkeit auf. Der Jugendliche war in Richtung Carl-Diem-Straße unterwegs und versuchte ebenfalls, sich einer Kontrolle zu entziehen.

Die Beamten konnten den 16-Jährigen schließlich stoppen, indem sie ihn an seiner Jacke festhielten. Der Jugendliche gab an, den E-Scooter technisch so verändert zu haben, dass dieser bis zu 45 km/h erreichen könne.

Auch dieses Fahrzeug wurde überprüft. Die Polizei brachte den Jugendlichen zu seinen Eltern. Gegen den Halter des E-Scooters wurde eine gesonderte Anzeige gefertigt.

Polizei spricht mit Jugendlichen und Eltern

Die Einsatzkräfte stellten bei den Kontrollen erneut fest, dass viele der Beschuldigten noch keine 16 Jahre alt waren. Deshalb führten sie zusätzlich verkehrsdidaktische Gespräche mit den Jugendlichen und teilweise auch mit deren Eltern.

Darüber hinaus suchten die Beamten das Gespräch mit zwei Personen, die sich zuvor über die Verkehrssituation beschwert hatten. Sie wurden über die aktuelle Lage und den Bearbeitungsstand ihrer Beschwerden informiert.

Die Polizei kündigte an, bekannte Beschwerdestellen und Verkehrsbrennpunkte weiterhin gezielt zu kontrollieren.

Gefahr durch getunte Fahrzeuge

Technische Veränderungen können dazu führen, dass E-Scooter deutlich schneller fahren als gesetzlich erlaubt. Dadurch steigt das Risiko schwerer Unfälle – sowohl für die Fahrer selbst als auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Die Polizei weist zudem darauf hin, dass Eltern häufig nichts von den technischen Veränderungen an den Fahrzeugen ihrer Kinder wissen. Sie appelliert deshalb an Erziehungsberechtigte, den Zustand der Fahrzeuge zu überprüfen und Jugendliche über die Gefahren sowie mögliche straf- und verkehrsrechtliche Folgen aufzuklären.

(rix)